{"id":777,"date":"2017-11-02T16:58:05","date_gmt":"2017-11-02T14:58:05","guid":{"rendered":"http:\/\/undinezimmer.de\/?page_id=777"},"modified":"2017-11-02T18:58:23","modified_gmt":"2017-11-02T16:58:23","slug":"eltern-ag-3","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/undinezimmer.de\/blog\/eltern-ag-3\/","title":{"rendered":"\u00bbMan muss mit der richtigen Haltung auf die Eltern zugehen.\u00ab"},"content":{"rendered":"<h2>Eltern-Akquise<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Forscher und Sozialarbeiter wissen, dass die Eltern, die Hilfe vermeintlich am n\u00f6tigsten h\u00e4tten, am schwersten zu erreichen und zu halten sind. ELTERN-AG gelingt das.<\/h3>\n<p><strong>Gespr\u00e4ch vom 07.12.2015 mit Wencke Thiemann, Teamleiterin der ELTERN-AG\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Undine Zimmer:<\/strong> Belastete Eltern gelten als eine Zielgruppe, die schwer zu erreichen ist, sowohl f\u00fcr die Forschung als auch f\u00fcr bereits bestehende Hilfsangebote von Jugend\u00e4mtern und sozialen Organisationen. Woran liegt das?<br \/>\n<strong>Wencke Thiemann:<\/strong> Diese Eltern werden t\u00e4glich und permanent von ihrem Umfeld mit ihren Defiziten konfrontiert. Wer dies t\u00e4glich ertragen muss, l\u00e4uft Gefahr \u00c4ngste und Sorgen gegen\u00fcber Unterst\u00fctzungsangeboten zu entwickeln. H\u00e4ufig greifen die Angebote die Bed\u00fcrfnisse der Eltern nicht auf, weshalb sie sich von Werbung, Aush\u00e4ngen etc. nicht angesprochen f\u00fchlen.<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> 80% der Eltern, die eine ELTERN-AG anfangen, bleiben auch bis zum Ende dabei. Das ist eine hohe Quote f\u00fcr eine Zielgruppe, die als nicht sehr verl\u00e4sslich gilt. Wo findet die ELTERN-AG diese Eltern und wie geht sie auf sie zu?<br \/>\n<strong>WT:<\/strong> Die Akquise der Eltern ist allerh\u00e4rteste Arbeit. Wenn die Fachkraft in der Kita einen Zettel aufh\u00e4ngt, dann melden sich nicht die Eltern, die die ELTERN-AG ansprechen m\u00f6chte, sondern es melden sich andere Eltern. Eltern, die sich schon um sich selbst k\u00fcmmern k\u00f6nnen und die in der Regel auch das Geld daf\u00fcr bezahlen k\u00f6nnen. Deswegen spricht die Fachkraft Eltern gezielt an, auch auf der Stra\u00dfe vor dem Supermarkt, auf dem Spielplatz, dort wo\u00a0<b>\u203a<\/b>unsere Eltern<b>\u2039\u00a0<\/b>sich aufhalten. Die Eltern finden in der ELTERN-AG einen Ort, wo sie unter anderem Verst\u00e4ndnis, Wertsch\u00e4tzung, Freude, Unterst\u00fctzung erleben. Sie bearbeiten die Erziehungsthemen, die sie wirklich bewegen, k\u00f6nnen ihr Wissen auch mit anderen Eltern teilen. Sie k\u00f6nnen in h\u00f6chstem Ma\u00dfe partizipieren. Durch diese Mitgestaltungsm\u00f6glichkeiten erleben sie sich als wertvolles Mitglied einer Gruppe. Genau diese Aspekte motivieren die Eltern w\u00f6chentlich zu den ELTERN-AG Treffen zu kommen.<\/p>\n<blockquote>\n<h2><strong>\u00bbDie Akquise der Eltern ist allerh\u00e4rteste Arbeit. Wenn die Fachkraft in der Kita einen Zettel aufh\u00e4ngt, dann melden sich nicht die Eltern, die die ELTERN-AG ansprechen m\u00f6chte&#8230;\u00ab<\/strong><\/h2>\n<\/blockquote>\n<p><strong>UZ:<\/strong> W\u00fcrden Sie sagen, dass es bei den nicht-deutschen Eltern schwieriger ist, sie anzusprechen?<br \/>\n<strong>WT:<\/strong> Nein, die Elternwerbung sollte anders gestaltet werden, weil man auf Sprachkenntnisse und kulturelle Unterschiede achten sollte. Es wurden bereits ELTERN-AGs mit Eltern aus sechs verschiedenen L\u00e4ndern durchgef\u00fchrt. Das funktioniert auch wunderbar. In dieser ELTERN-AG \u00fcbernahmen auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer Dolmetscherfunktionen, um andere Eltern zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> Warum lassen sich die Eltern von der ELTERN-AG \u00fcberzeugen, wenn sie sich sonst so schwer tun, Beratungsangebote anzunehmen, besonders wenn es um Erziehung geht?<br \/>\n<strong>WT:<\/strong> Es ist der Empowerment-Ansatz der die Eltern etwas sp\u00fcren l\u00e4sst, was sie in ihrem sonstigen t\u00e4glichen Leben nicht sp\u00fcren: Anerkennung f\u00fcr das, was sie tagt\u00e4glich in ihrem Leben als Eltern leisten. Sie erleben sich bereits w\u00e4hrend der Ansprache durch die Fachkr\u00e4fte als kompetent und als Experten ihrer Kinder. Das setzt die richtige Haltung der Fachkr\u00e4fte voraus von welchen die Eltern angesprochen werden. Diese entsprechende Haltung erlernen sie in der einj\u00e4hrigen Fortbildung zur ELTERN-AG Mentorin oder Mentor.<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> Was lockt die Eltern zur ELTERN-AG?<br \/>\n<strong>WT:<\/strong> Die Eltern m\u00fcssen die Fachkraft, die sie anspricht, sympathisch finden, dann kommen sie. Vielleicht. Bei anderen Eltern wirkt die Aussicht auf Kekse und Kaffee, als erste Mahlzeit des Tages. Auch Kontakte zu anderen Eltern kn\u00fcpfen zu k\u00f6nnen, ist h\u00e4ufig ein wirksames Argument. Wie genau diese Gespr\u00e4che ablaufen und welche Argumente, die Eltern \u00fcberzeugen in die ELTERN-AG zu kommen, erlernen die Fachkr\u00e4fte ebenfalls in der Ausbildung zur Mentorin oder zum Mentor. Vor jeder ELTERN-AG muss in Gespr\u00e4chen ein Beziehungsaufbau zu den einzelnen Eltern stattfinden. Manchmal ist es auch die kostenfreie Kinderbetreuung, die lockt. Denn dann hat die Mutter oder der Vater auch mal zwei Stunden f\u00fcr sich. Zeit f\u00fcr f\u00fcr Austausch, zum Kontakte kn\u00fcpfen und zum Freude haben.<\/p>\n<blockquote>\n<h2><strong> \u00bbEs ist der Empowerment-Ansatz der die Eltern etwas sp\u00fcren l\u00e4sst, was sie in ihrem sonstigen t\u00e4glichen Leben nicht sp\u00fcren: Anerkennung f\u00fcr das, was sie tagt\u00e4glich in ihrem Leben als Eltern leisten.\u00ab<\/strong><\/h2>\n<\/blockquote>\n<p><strong>UZ:<\/strong> Wie muss ich mir das vorstellen?<br \/>\n<strong>WT:<\/strong> In jedem ELTERN-AG Treffen sollte mindestens einmal gelacht werden. Spa\u00df und Freude sind ein wichtiger Punkt, warum Eltern gerne zur ELTERN-AG kommen und bleiben. Und dass die Tipps, die sich die Eltern geben, nah an ihrer eigenen Lebensrealit\u00e4t sind. Wenn mir als Teilnehmerin eine andere Mutter, mit der ich mich gut verstehe und die \u00e4hnliche Herausforderungen hat wie ich, sagt: \u00bbIch habe eine sozialp\u00e4dagogische Familienhilfe, die hat mich unterst\u00fctzt und es l\u00e4uft super.\u00ab Dann nehme ich das als Mutter eher an.<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> Was ist denn das Best-Of der Themen, das von den Eltern gew\u00fcnscht wird in der ELTERN-AG?<br \/>\n<strong>WT:<\/strong> Nichts anderes als das was andere Eltern auch besch\u00e4ftigt: Einschlafen. Durchschlafen. Aufstehen. Von Fl\u00fcssig- zu Festnahrung. Trocken werden. Trotzphase. Konsequent sein. Nuckel-Entw\u00f6hnung. Schimpfw\u00f6rter. Geschwisterstreit. Mein Kind bei\u00dft. Zahnen und die Trotzphase.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/undinezimmer.de\/2017\/11\/eltern-ag\/\">Hier<\/a> geht es zur\u00fcck zum Haupttext.<\/p>\n<p>Weiterlesen: <a href=\"http:\/\/www.undinezimmer.de\/eltern-ag-4\">Ergebnisse: 12 Jahre ELTERN-AG<\/a><\/p>\n<p>Zur\u00fcckbl\u00e4ttern: <a href=\"http:\/\/www.undinezimmer.de\/eltern-ag-2\">Empowerment: \u00bbBest\u00e4rken, was schon da ist.\u00ab<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eltern-Akquise &nbsp; Forscher und Sozialarbeiter wissen, dass die Eltern, die Hilfe vermeintlich am n\u00f6tigsten h\u00e4tten, am schwersten zu erreichen und zu halten sind. 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