{"id":596,"date":"2016-09-22T22:41:35","date_gmt":"2016-09-22T20:41:35","guid":{"rendered":"http:\/\/undinezimmer.de\/?p=596"},"modified":"2016-11-06T17:07:17","modified_gmt":"2016-11-06T15:07:17","slug":"78-fuerstenwalde-spree","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/undinezimmer.de\/blog\/2016\/09\/78-fuerstenwalde-spree\/","title":{"rendered":"7,8 Prozent: F\u00fcrstenwalde (Spree)"},"content":{"rendered":"<h1>Kiez KOM<\/h1>\n<h3>Lesung am 14.09.2916<\/h3>\n<p>Ich wusste bis gestern nichts \u00fcber F\u00fcrstenwalde, als dass es irgendwo hinter der \u00f6stlichen Stadtgrenze von Berlin liegt. Auf dem Weg dorthin mit dem Regionalzug fahre ich an Erkner vorbei. Erkner kenne ich, vom H\u00f6rensagen und vom S-Bahn Netz Berlin. Es ist eine Endstation. F\u00fcrstenwalde liegt dahinter. Daran sieht man wieder, wie ignorant eingeborene Berliner sein k\u00f6nnen. Warum h\u00e4tte ich fr\u00fcher jemals mein kuscheliges Stadtzentrum verlassen sollen, um das Umland zu erkunden? Dann halt jetzt.<\/p>\n<p>Im Zug sitzt eine Gruppe zu gut gelaunter Frauen und bringt den Schaffner in Verlegenheit, als er die Fahrkarten kontrolliert. Die Anspielungen und Witze auf seine Kosten l\u00e4sst er \u00fcber sich ergehen. Im Vierersitz neben mir raunt ein Mann seiner Begleiterin zu: Wie im Kindergarten. Ich kombiniere: F\u00fcrstenw\u00e4lderinnen sind offensichtlich nicht sch\u00fcchtern und organisieren sich gerne in Gruppen. Ich google: \u00bbF\u00fcrstenwalde ist happy.\u00ab Die Stadt hat ein\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xNstOfUTqYU&amp;feature=youtu.be\">Imagevideo<\/a>\u00a0auf ihre Seite gestellt. Ich lese: F\u00fcrstenwalde ist eine \u00bblebendige Stadt\u00a0im M\u00e4rkischen\u00ab mit Ritterfest, Dom, Kino, Wanderwegen und 33.000 Einwohnern. Es gibt auch eine ausf\u00fchrliche Statistik zur Altersverteilung und Besch\u00e4ftigung auf der offiziellen Homepage der Stadt:\u00a0<a href=\"file:\/\/\/var\/folders\/xm\/k805msv94pq5722m6nd2qw740000gp\/T\/com.soulmen.ulysses3\/962658fa7078494cb0c130bb5fe3c80d\/7,8%20%25%20F%C3%BCrstenwalde%20(Spree)\/www.fuerstenwalde-spree.de\/seite\/162133\/zahlen-und-fakten.html\">2.501 Arbeitslose<\/a>\u00a0Stand Juni 2016. Das ist allerdings etwas sch\u00f6n gerechnet, denn laut Statistik der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit vom\u00a0<a href=\"https:\/\/www.arbeitsagentur.de\/web\/wcm\/idc\/groups\/public\/documents\/webdatei\/mdaw\/mtgw\/~edisp\/egov-content451178.pdf?_ba.sid=EGOV-CONTENT451181\">Juli 2016<\/a>\u00a0sind es noch 4.016, also eine Quote von 7.8 %. Das passt auch eher zur letzten Meldung der M\u00e4rkischen Online Zeitung vom\u00a0<a href=\"file:\/\/\/var\/folders\/xm\/k805msv94pq5722m6nd2qw740000gp\/T\/com.soulmen.ulysses3\/962658fa7078494cb0c130bb5fe3c80d\/7,8%20%25%20F%C3%BCrstenwalde%20(Spree)\/www.moz.de\/artikel-ansicht\/dg\/0\/1\/1463311\">02.03.2016\u00a0<\/a>zur Arbeitslosigkeit. Die Verteilung auf die Altersgruppen d\u00fcrfte in F\u00fcrstenwalde wohl im Bundesdurchschnitt liegen: \u00bbEtwa 25% der Arbeitslosen sind 55 Jahre und \u00e4lter, 7,5 Prozent sind 15 bis 25 Jahre alt. Knapp die H\u00e4lfte der Arbeitslosen sind Langzeitarbeitslose.\u00ab Dennoch ist jetzt die Zeit der positiven Meldungen, wenn es um die Arbeitslosigkeit geht: \u00bbArbeitslosigkeit sinkt auf niedrigsten Stand seit dem Mauerfall\u00ab, fasste der\u00a0<a href=\"file:\/\/\/var\/folders\/xm\/k805msv94pq5722m6nd2qw740000gp\/T\/com.soulmen.ulysses3\/962658fa7078494cb0c130bb5fe3c80d\/7,8%20%25%20F%C3%BCrstenwalde%20(Spree)\/www.rbb-online.de\/wirtschaft\/beitrag\/2016\/06\/arbeitslosenzahlen-juni-berlin-brandenburg.html\">rbb<\/a>\u00a0f\u00fcr Berlin und Brandenburg am 30.06.2016 zusammen. Wahrscheinlich ist es auch gerade jetzt besonders wichtig, dass die Zahlen niedrig sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Am Bahnhof holt mich Anja R\u00f6hl ab. Anja R\u00f6hl und ich haben uns im Sommer 2015 in Kl\u00fctz kennengelernt. Sie ist damals extra zu meiner Lesung gekommen. Heute ist sie die Initiatorin meiner Lesung. Anja R\u00f6hl organisiert Veranstaltungen f\u00fcr die Rosa Luxemburg Stiftung. Sie hat selbst so ein schwieriges \u203aIch-Buch\u2039 geschrieben, in dem sie ihre Jugendzeit erz\u00e4hlt: In\u00a0<a href=\"file:\/\/\/var\/folders\/xm\/k805msv94pq5722m6nd2qw740000gp\/T\/com.soulmen.ulysses3\/962658fa7078494cb0c130bb5fe3c80d\/7,8%20%25%20F%C3%BCrstenwalde%20(Spree)\/www.anjaroehl.de\/die-frau-meines-vaters\/\">\u00bbDie Frau meines Vaters\u00ab<\/a>\u00a0geht es auch um Schichten, um materielle Armut, um Identit\u00e4tsfindung und um Politik. Die zweite Frau von Anja R\u00f6hls Vater war Ulrike Meinhof. Und die war f\u00fcr Anja R\u00f6hl eine wichtige Bezugsperson. Ihre Ulrike Meinhof ist eine ganz andere als die, die man aus vielen anderen Quellen kennt. Mit ihrem Buch steht Anja R\u00f6hl f\u00fcr ihr Bild von ihrer umstrittenen und ber\u00fcchtigten Stiefmutter ein und erz\u00e4hlt ihre eigene Geschichte. So unterschiedlich die Kontexte sind, in denen wir aufgewachsen sind, gibt es doch Parallelen, obwohl Anja R\u00f6hl zur Generation meiner Mutter geh\u00f6rt. Wir sprechen \u00fcber den Generationenkonflikt. Wir und unsere M\u00fctter, Anja R\u00f6hl und meine Mutter als Nachkriegsgeneration und deren Eltern. Kurzfassung: Wenn eine Generation versucht etwas komplett anders zu machen als die Generation davor, dann beeinflusst das die Generationen danach, meistens anders als geplant. Traditionslosigkeit, Selbstbewusstsein, Zugeh\u00f6rigkeit &#8211; irgendwie f\u00fchren alle diese Themen uns wieder zur\u00fcck zu unseren Eltern und deren Konflikten mit ihren Eltern.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das fr\u00f6hliche Stadtzentrum von F\u00fcrstenwalde werde ich heute nicht kennenlernen, denn wir fahren direkt ins Wohngebiet Nord. Eine Plattenbautenwohnsiedlung wie aus dem Bilderbuch. In den vorderen Reihen gro\u00dfe Schilder: KiK und Aldi. Zwei Kinder spielen mit einem Fahrradreifen. An einer Wand ist ein wei\u00dfes verblasstes Hakenkreuz sehen. Sonst sehe ich hier auf den ersten Blick nicht viel Graffiti. In der zweiten H\u00e4userreihe prangt ein gelbes Schild \u00fcber einem Eingang: Das\u00a0<a href=\"http:\/\/www.fwkv.de\/?page_id=1827\">Kiez KOM<\/a>\u00a0ist mein heutiger Veranstaltungsort. Das Kiez KOM ist Anwohnertreffpunkt und Beratungsstelle. Die einzige hier in der N\u00e4he. Die Beratungsstelle der Caritas mit ausgebildeten Fachkr\u00e4ften ist in der Stadtmitte und v\u00f6llig \u00fcberlaufen, und laut Ank\u00fcndigung auf der st\u00e4dtischen Homepage hat das B\u00fcrgerb\u00fcro seine Beratungszeiten verk\u00fcrzt wegen krankheitsbedingter Personalausf\u00e4lle.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/undinezimmer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/IMG_20160914_170436-1-e1474573709237.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-576 size-large\" src=\"http:\/\/undinezimmer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/IMG_20160914_170436-1-e1474573709237-1024x481.jpg\" alt=\"img_20160914_170436\" width=\"1024\" height=\"481\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vor dem Kiez KOM steht Frau Aslan, um uns zu begr\u00fc\u00dfen. Frau Aslan h\u00e4lt hier im H\u00e4userblock die Stellung. Sie hat sich genug Erfahrung angeeignet. Sie kommt von hier. Eine echte F\u00fcrstenwalderin und \u00bbOst-M\u00e4dchen\u00ab, wie sie sagt. Eine, die auch aus Resten und allem was sie zur Verf\u00fcgung hat noch was Gutes rausholen kann. Rein materiell und im \u00fcbertragenen Sinne. So wurde sie erzogen, sagt sie und \u00bbDas liegt mir im Blut\u00ab. Ihr Talent kann sie im Kiez KOM sehr gut einsetzen. Sich beklagen ist dagegen nicht ihrs. Sie selbst hat einmal hier im Kiez KOM \u00fcbers Jobcenter als 1,50 Euro-Jobberin angefangen. Und ist dann nicht mehr gegangen. Mittlerweile f\u00fchrt sie das Kiez Kom. Mit der Unterst\u00fctzung des F\u00fcrstenwalder Kulturverein e. V. als Tr\u00e4ger, bietet sie hier jeden Tag vier Stunden lang Beratung an. Sie hat f\u00fcr jeden eine Tasse Tee, ein offenes Ohr, auch interkulturelle Kochabende mit Schulen werden hier veranstaltet. An den W\u00e4nden dokumentieren Fotos die Highlights aus den vergangenen Jahren. Auch Asylanten, Fl\u00fcchtlinge und Migranten kommen hierher. Frau Aslan w\u00fcnscht sich, dass hier im Wohngebiet ein Miteinander gelebt wird. Gro\u00dfe Gruppen sind hier neben den Ur-F\u00fcrstenwaldern die Russischst\u00e4mmigen und nun die neu hinzugekommenen Fl\u00fcchtlinge. Besch\u00e4ftigen tut sie sich t\u00e4glich mit Aufgaben, die man der Sozialen Arbeit oder der Projektarbeit zuschreiben k\u00f6nnte. \u00bbIch habe mein Hobby zum Beruf gemacht\u00ab, sagt sie. Frau Aslan \u00fcberlegt gerade, ob sie nicht noch ein Fernstudium beginnen soll, denn viele Dinge, die sie gerade macht, bekommt sie nicht verg\u00fctet, da sie keinen Qualifikationsnachweis daf\u00fcr hat.<\/p>\n<figure id=\"attachment_579\" aria-describedby=\"caption-attachment-579\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/undinezimmer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/IMG_20160914_180001-e1474573996541.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-579 size-medium\" src=\"http:\/\/undinezimmer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/IMG_20160914_180001-300x225.jpg\" alt=\"Anja R\u00f6hr und Birgit Aslan\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-579\" class=\"wp-caption-text\">Anja R\u00f6hl und Birgit Aslan<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Kiez KOM ist eine kleine Wohnung mit Zugang von au\u00dfen, es gibt eine rechteckige Teek\u00fcche, Tische und St\u00fchle. Improvisiert, aber einladend. \u00bbEs m\u00fcsste noch eine ganze Menge gemacht werden\u00ab, sagt Frau Aslan. Neben dem Eingang stehen zwei N\u00e4hmaschinen. Hier bietet sie mit einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin N\u00e4hhilfe an. Wer Kenntnisse hat, aber keine Maschine, kann sie hier f\u00fcr einen Euro benutzen. \u00bbF\u00fcr den Strom\u00ab, erkl\u00e4rt Frau Aslan. Materialien werden zum Selbstkostenpreis gestellt. Aus Spenden werden Stoffreste, Reisverschl\u00fcsse und Kn\u00f6pfe recycelt.<\/p>\n<p>Etwa 25 Sitzpl\u00e4tze gibt es hier. Manche St\u00fchle sind handbemalt. Besetzt werden heute Abend etwa 12. Zumeist \u00e4lteres Publikum. Die trauen sich vielleicht eher, diese Themen anzupacken? Immer wieder h\u00f6re ich, dass Menschen z\u00f6gern zu meiner Lesung zu kommen, weil sie bef\u00fcrchten, dass es unangenehm werden k\u00f6nnte. Vielen ist allein das Schlagwort \u203aHartz-IV\u2039 schon unangenehm. Nach meinen Lesungen h\u00f6re ich oft, dass sich meine Zuh\u00f6rer ermutigt f\u00fchlen und froh sind dabei gewesen zu sein.<\/p>\n<p>\u00bbDie sind sicher alle noch am See\u00ab, sagt Jemand. Ich lerne, dass F\u00fcrstenwalde viele sch\u00f6ne Seen mit guter Wasserqualit\u00e4t zur Auswahl hat: Trebuser See, gro\u00dfer und kleiner Kolpiner See, Scharm\u00fctzelsee, Teegensee, Dehmsee und den Petersdorfer See. Letzteren hat ein Million\u00e4r gekauft und bietet dort Wasserski und Wakeboard-Kurse an. \u00bbOb das sich tr\u00e4gt?\u00ab Frau Aslan war schon als Kind in diesem See baden. Damals gab es dort Enten und viele V\u00f6gel. Denen ist es dort jetzt zu laut. Die Preise beim Wasserski-Restaurant findet sie auch ganz sch\u00f6n happig f\u00fcr Ottonormalverbraucher.<\/p>\n<figure id=\"attachment_578\" aria-describedby=\"caption-attachment-578\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/undinezimmer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/IMG_20160914_180031-e1474573921883.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-578\" src=\"http:\/\/undinezimmer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/IMG_20160914_180031-300x225.jpg\" alt=\"Zuh\u00f6rer im Kiez KOM\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-578\" class=\"wp-caption-text\">Zuh\u00f6rer im Kiez KOM<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nach der Lesung reden wir eine Weile \u00fcber Ermutigung und verschiedene Formen von Ermutigung. Ein Elternpaar ber\u00fchrt mich besonders mit ihrer Frage. Ich nehme an, sie geh\u00f6ren in gewisser Weise zur Gruppe der \u00bbBetroffenen\u00ab unter meinen Zuh\u00f6rern, obwohl ich nicht sicher bin, ob sie sich so bezeichnen m\u00f6gen. Es gibt Gr\u00fcnde, warum nicht beide erwerbst\u00e4tig sein k\u00f6nnen. Das Paar hat vier Kinder und macht sich Sorgen, dass sie den Kindern nicht genug bieten k\u00f6nnen. Die Mutter erz\u00e4hlt, dass ihre Tochter von einer wohlhabenderen Freundin nach Hause kam und von deren vielen Ohrringen sprach. \u00bbWarum hat sie so viele?\u00ab, soll sie gefragt haben. \u00bbIch habe nur zwei, das reicht doch.\u00ab Dennoch macht die Mutter sich Sorgen, wie sie am besten damit umgehen kann, dass ihre Tochter nun merkt, dass andere mehr haben als sie selbst. Sie kennt auch die Situation, im Restaurant stundenlang an einem Getr\u00e4nk zu klammern, weil man sich nicht mehr leisten kann und nicht auffallen will. Ich verstehe die Unsicherheit, nicht genug bieten zu k\u00f6nnen. Die Kinder zu entt\u00e4uschen, ein Elternthema. Genauso wie, dass M\u00fctter nie wollen, dass ihre Kinder ihnen was Tolles oder Teures schenken und damit Kindern die Freude nehmen, den M\u00fcttern wirklich ein tolles Geschenk zu machen.<\/p>\n<p>Was die beiden Eltern angeht, glaube ich, aber ich bin auf diesem Gebiet keine Fachkraft, dass es besser ist, Unterschiede anzusprechen und eine Strategie f\u00fcr den Umgang damit zu entwickeln, als Vertuschungsversuche zu unternehmen. Mir h\u00e4tte das damals geholfen, um mir eine Meinung zu bilden, wer ich bin. Ich glaube nicht, dass diese Eltern sich zu sch\u00e4men oder verstecken brauchen. Aber mir ist klar, dass man das Spannungsfeld, in dem sie sich befinden, nicht einfach mit einer Binsenweisheit aufl\u00f6sen kann. Es entsteht jedesmal neu. In jeder Situation, in der ihrem Kind Unterschiede bewusst werden, auf jedem Elternabend, wenn sie versuchen zwischen den anderen Eltern, die vielleicht finanziell besser gestellt sind, nicht aufzufallen. Sie m\u00fcssen diese Unterschiede, vielleicht auch die Versuchung, sich zu vergleichen, immer neu ausbalancieren. Ich w\u00fcnsche ihnen viel Kraft und Selbstbewusstsein auch in den Begegnungen. Nur dann wird die Ungleichheit weniger werden, wenn sich genau diese Eltern beteiligen, mitbestimmen, mitdiskutieren. Mit oder ohne Gucci-T\u00e4schchen und ob sie nun wissen,\u00a0wie man Muscheln richtig aussaugt oder sich in gewissen Kreisen richtig zu Wort meldet, oder nicht. Egal.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zur\u00fcck nach Berlin habe ich 37 Minuten Zeit, um \u00fcber die Reaktionen meiner Zuh\u00f6rerInnen nachzusinnen, bis die Lichter des Ostbahnhofs mich aus den Gedanken blinken. Es war nur eine Stippvisite, aber immerhin, F\u00fcrstenwalde ist nun ein Fleck auf meiner mentalen Landkarte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer noch nie in F\u00fcrstenwalde war, kann mich bei einer Stipvisite begleiten: \u00dcber fr\u00f6hliche F\u00fcrstenw\u00e4lderInnen, echte Ostm\u00e4dchen, brandenburger Seen und besorgte Eltern.<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/undinezimmer.de\/blog\/2016\/09\/78-fuerstenwalde-spree\/\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">7,8 Prozent: F\u00fcrstenwalde (Spree)<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":581,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[36,35],"class_list":["post-596","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-veranstaltungen","tag-fuerstenwalde","tag-kiez-kom","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/undinezimmer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/596","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/undinezimmer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/undinezimmer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/undinezimmer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/undinezimmer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=596"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/undinezimmer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/596\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":671,"href":"https:\/\/undinezimmer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/596\/revisions\/671"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/undinezimmer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/581"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/undinezimmer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=596"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/undinezimmer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=596"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/undinezimmer.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=596"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}